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  • Franziska Stebler

Bitte bleiben sie sachlich!

Aktualisiert: vor 3 Tagen

In jeder Organisation wird es täglich schwieriger, die anstehenden Herausforderungen im Einzelkämpfer-Modus zu lösen. Viel mehr sind Teamgeist und Teamspirit gefragt.

In meiner Coaching-Sprache nenne ich das, die kollektive Intelligenz anzapfen.

Und je mehr wir im Team denken, arbeiten, Probleme lösen müssen und dürfen, desto mehr schwingt neben der Sachebene eine andere Ebene mit. Wir nennen sie die gruppendynamische (oder teamdynamische) Ebene. Hier zeigt sich, was zwischen den Menschen los ist. Und schön ist, diese Gruppendynamik findet immer statt – wie das Wetter.


Eisberg Modell

Woraus besteht den dieser gruppendynamische Raum?

Drei Kräftepaare wirken hier:

  1. Macht und Wirkung in der Gruppe (oben – unten; wie ist die Macht in der Gruppe verteilt? Wer besitzt wie viel Macht?)

  2. Nähe und Distanz in der Gruppe (drinnen – draussen; wer ist drinnen? Wer ist Aussenseiter? Wer ist draussen?)

  3. Intimität in der Gruppe (nah – fern; wie viel Sympathie ist da füreinander? Wie viel zeige ich mich in der Gruppe? Wer ist mir fern?)

Wobei wir als Individuum sehr unterschiedliche Präferenzen und Bedürfnisse bezüglich diesen drei Bereichen haben, diese jedoch in jeder Gruppe immer wieder neu aus dividiert werden dürfen. Und die Gruppe zu diesen drei Bereichen Normen und Regeln definiert, denen ich mich oftmals zu fügen habe.


Als Beispiel: ich selber bin sehr affin auf Macht und Wirkung, mir ist aber die Intimität in der Gruppe oftmals nicht wichtig. Die Zugehörigkeit in der Gruppe, in der ich mich auch entsprechend investiere, ist mir wichtig. Wie fühle ich mich jetzt einer Gruppe, in der Zugehörigkeit und Intimität sehr wichtig ist? Und ich als Mensch wenig Wirkung / Macht entfalten kann? Werde ich dort meine Bedürfnisse befriedigen können? Bin ich fähig, meine Bedürfnisse in der Gruppe anzusprechen und einzufordern? Wird das die Gruppe akzeptieren oder nicht?

Es geht nicht darum, Gleichheit herzustellen. Es geht darum, uns in unserer Unterschiedlichkeit zu akzeptieren und wertzuschätzen!

Wie auf der Zeichnung visualisiert, finden die Dynamiken der Gruppendynamik unterhalb der Wasseroberfläche statt. Sie sind nicht sofort sichtbar. Und doch für alle in der Gruppe sehr gut wahrnehmbar, wenn wir unsere Sinne darauf ausrichten.


Was hilft mir das jetzt bei der Teamarbeit?

Als Führungskraft oder auch Teammitglied bringt mir dieses Wissen zur Teamdynamik Klarheit und Ansprechbarkeit. Dies kann in einem Teammeeting oder einer Retrospektive angesprochen werden. Dieses Ansprechen kann nicht auf Knopfdruck erfolgen, sondern braucht Fingerspitzengefühl und eine Portion Mut. Dieser wird aber definitiv belohnt. Je mehr auf der teamdynamischen Ebene in der Gruppe besprechbar wird, desto grösser wird die Arbeitsfähigkeit in der Gruppe.

In meiner Arbeit als Team Coach übe ich mit Teams und Führungskräften diese Fähigkeit. In vielen agilen Methoden wie Scrum und Kanban ist mit dem gemeinsamen Reflektieren der Zusammenarbeit genau dieser Lernprozess auf der gruppendynamischen Ebene adressiert. Warum? Damit wir im Team und in der Gruppe arbeitsfähiger werden!

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